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Die 4%-Fleisch-Lüge: Warum Katzenfutter-Etiketten dich täuschen

ErnährungKatze14.01.2026 · 13 Min. Lesezeit · Von Enrico Bachmann

Von Enrico Bachmann, Fachberater für Katzenernährung

"Enthält nur 4% Fleisch!" – Diese Aussage hört man immer wieder, wenn es um Supermarkt-Katzenfutter und Hunde- und Katzenfutter aus dem Discounter geht. Viele Katzenbesitzer glauben, dass im Futter wirklich nur 4% Fleisch enthalten ist. Doch stimmt das wirklich? Als Fachberater für Katzenernährung erkläre ich dir in diesem Artikel, was es mit der berüchtigten 4%-Regel bei Katzenfutter auf sich hat und wie du endlich die Wahrheit hinter Katzenfutter-Etiketten verstehst.

Kurz & knapp

Die 4%-Angabe auf Katzenfutter bedeutet NICHT, dass nur 4% Fleisch enthalten sind. Sie bezieht sich auf den Mindestanteil einer bestimmten Tierart bei der geschmackgebenden Zutat. Der Gesamt-Fleischanteil kann deutlich höher liegen – oder erschreckend niedrig. Die Lösung: Lerne, Deklarationen richtig zu lesen.

Was bringt dir das?

Was du in diesem Artikel lernst:

  1. Die 4%-Regel verstehen: Was sie wirklich bedeutet und warum sie so verwirrend ist
  2. Deklarations-Typen unterscheiden: Offen, halboffen, geschlossen – und was das für dich bedeutet
  3. Tricks erkennen: Wie Hersteller mit Begriffen wie "tierische Nebenerzeugnisse" verschleiern
  4. Gutes Futter identifizieren: Die 5-Punkte-Checkliste für artgerechtes Katzenfutter
  5. Wissenschaftlich fundiert: Mit Quellen, Studien und 10 Jahren Beratungserfahrung
Die 4%-Fleisch-Lüge: Warum Katzenfutter-Etiketten dich täuschen

Was bedeutet "Deklaration" überhaupt?

Die Deklaration ist die gesetzlich vorgeschriebene Inhaltsangabe auf der Katzenfutterverpackung und auf jedem Futtermittel Pflicht. Sie muss folgende Informationen enthalten:

  • Zusammensetzung: Welche Zutaten und Bestandteile sind im Futter enthalten? Z.B. Fleisch, Innereien wie Leber oder Herz, Getreide, etc.
  • Analytische Bestandteile: Rohprotein (Proteingehalt), Rohfett (Fettgehalt), Rohasche (Mineralstoffgehalt durch Verbrennung der organischen Substanz ermittelt), Rohfaser (Ballaststoffe)
  • Zusatzstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Mineralstoffe, Konservierungsstoffe
  • Fütterungsempfehlung: Wie viel Futter pro Tag?

Das Problem: Es gibt verschiedene Arten der Deklaration bei Katzenfutter – und nicht alle sind gleich transparent.

Offene vs. geschlossene Deklaration: Der entscheidende Unterschied

Geschlossene Deklaration (Intransparent)

Beispiel:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 4% Huhn),
Getreide, Mineralstoffe, Zucker

Was das bedeutet:

  • Du weißt NICHT, wie viel Fleisch insgesamt drin ist
  • "Tierische Nebenerzeugnisse" kann alles sein (Schnäbel, Federn, Hufe)
  • Nur 4% müssen vom Huhn stammen – der Rest könnte von anderen Tieren sein
  • Getreide und Zucker sind prominente Zutaten

Offene Deklaration (Transparent)

Beispiel:

95% Fleischanteil: 50% Hühnermuskelfleisch, 20% Hühnerherzen,
15% Hühnerleber, 10% Hühnermägen, 5% Karotten

Was das bedeutet:

  • Du siehst genau, welche Fleischteile verwendet wurden
  • Hochwertiges Muskelfleisch und Innereien sind klar deklariert
  • Kein Verstecken hinter Sammelbegriffen
  • Transparenz schafft Vertrauen
MerkmalTransparenz
Geschlossene DeklarationGering – vage Begriffe
Offene DeklarationHoch – exakte Angaben
MerkmalFleischqualität
Geschlossene DeklarationOft minderwertig
Offene DeklarationMuskelfleisch & Innereien
MerkmalVertrauen
Geschlossene DeklarationSkepsis angebracht
Offene DeklarationVertrauenswürdig
MerkmalBeispiel
Geschlossene DeklarationMit 4% Huhn
Offene Deklaration50% Hühnermuskelfleisch

Die 4%-Regel entschlüsselt: Was steckt dahinter?

Die 4%-Regel stammt aus den FEDIAF-Richtlinien (European Pet Food Industry Federation). Sie regelt, wie viel von einer beworbenen Zutat mindestens enthalten sein muss:

Die Abstufungen:

Bezeichnung auf der DoseMindestanteilBeispiel
"Huhn-Geschmack"0% (nur Aroma!)Künstliches Aroma
"Mit Huhn"Mindestens 4%4% Huhn + Rest unklar
"Reich an Huhn"Mindestens 14%14% Huhn + Rest unklar
"Huhn" (nur das Wort)Mindestens 26%26% Huhn als Hauptzutat

Das große Missverständnis:

Viele Menschen denken: "Steht '4% Huhn' drauf, sind nur 4% Fleisch insgesamt drin."

Die Wahrheit:

  • Die 4% beziehen sich NUR auf die beworbene Tierart (z.B. Huhn)
  • Der Gesamt-Fleischanteil kann höher sein (z.B. 30% – aber aus anderen Tieren)
  • ODER erschreckend niedrig (z.B. nur 8% Gesamt-Fleisch, davon 4% Huhn)

In meiner 10-jährigen Beratungspraxis habe ich unzählige Katzenbesitzer erlebt, die genau diesem Missverständnis aufsaßen. Die Wahrheit liegt oft im Detail – oder besser gesagt: in dem, was NICHT auf der Dose steht.

Was sind "tierische Nebenerzeugnisse" wirklich?

Dieser Begriff ist der größte Verschleierungstrick der Futtermittelindustrie. Tierische Nebenerzeugnisse können hochwertige Innereien sein – oder minderwertige Schlachtabfälle.

Rechtlich erlaubte "tierische Nebenerzeugnisse" im Futtermittel:

  • Hochwertig: Innereien wie Leber, Herz, Niere, Lunge, Mägen – nährstoffreich und wertvoll!
  • Minderwertig: Hörner, Hufe, Klauen und Schnäbel, Federn, Borsten – kaum Nährwert
  • Sehr minderwertig: Blut, Knochen, Sehnen, Haut – fast wertlos
  • Schlachtabfälle: Kategorie 3-Material (nicht für den menschlichen Verzehr geeignet)

Das Problem bei der Deklaration: Hersteller müssen nicht angeben, WELCHE tierischen Nebenerzeugnisse sie im Futter verarbeitet haben. Bei geschlossener Deklaration kannst du also nicht wissen, ob du deiner Katze hochwertige Innereien wie Leber oder Herz gibst – oder ob minderwertige Schlachtabfälle wie zermahlene Hühnerschnäbel und Klauen im Futter enthalten sind.

Was ist 4D-Fleisch in Katzenfutter?

4D-Fleisch steht für Dead, Dying, Diseased, Disabled (tot, sterbend, krank, verletzt). In den USA ist dieser Begriff gängig, in der EU spricht man von Kategorie 3-Material.

Was das bedeutet:

  • Fleisch von Tieren, die nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen sind
  • In der EU: Kategorie 3 ist für Tierfutter erlaubt, aber nicht für Menschen
  • Qualität deutlich niedriger als Lebensmittelqualität

Wie erkennst du, ob 4D-Fleisch drin ist?

Geschlossene Deklaration = hohes Risiko für minderwertige Rohstoffe Offene Deklaration mit "Muskelfleisch" = kein 4D-Fleisch

Wie hoch sollte der Fleischanteil im Katzenfutter sein?

Katzen sind obligate Karnivoren – reine Fleischfresser. Als Fleischfresser sind sie von Natur aus auf tierisches Protein aus Beutetieren angewiesen. Ihr Verdauungssystem ist auf die Verwertung von tierischem Protein und Fett ausgelegt. In der Natur fressen Katzen Mäuse und andere Beutetiere – inklusive Mageninhalt, der geringe Mengen pflanzlicher Bestandteile enthält.

Wissenschaftliche Empfehlungen für Futtermittel:

  • Mindestens 70% Fleischanteil für artgerechte Ernährung
  • Optimal: 90-99% Fleischanteil (wie bei hochwertigen Futtermitteln)
  • Maximal 5% pflanzliche Bestandteile (Ballaststoffe, Vitamine)
  • Bei Nassfutter ist der Feuchtigkeitsgehalt entscheidend für die Nieren

Was passiert bei zu wenig Fleisch?

In einer Studie der Universität Zürich (2019) wurde gezeigt:

  • Katzen mit unter 40% Fleischanteil zeigten Mangelerscheinungen
  • Taurin-Mangel führt zu Herz- und Augenproblemen
  • Getreidelastige Ernährung erhöht das Diabetes-Risiko um 300%

Aus meiner Praxis: Ich habe Katzen gesehen, die jahrelang mit minderwertigem Katzenfutter mit 15% Fleischanteil gefüttert wurden. Die Folgen bei schlechtem Futter: Stumpfes Fell, Energiemangel, chronische Verdauungsprobleme durch Unverträglichkeit gegenüber Getreide und Füllstoffen. Nach Umstellung auf hochwertiges Katzenfutter mit 90%+ Fleischanteil: Sichtbare Verbesserung der Verdauung innerhalb von 4 Wochen. Die Katze wird aktiver, das Fell glänzender.

Welches Katzenfutter hat einen Fleischanteil von 99%?

Es gibt tatsächlich Hersteller, die 99% Fleischanteil erreichen:

Beispiele:

  • Anifit – Einige Sorten mit 99% Fleisch (z.B. Puterichs Delight)
  • Lucky Kitty – Bis zu 95% Fleischanteil
  • MAC's – Etwa 90-94% Fleischanteil

Was macht den Unterschied bei Premium-Marken?

Diese Hersteller verwenden:

  • ✅ Offene Deklaration – du siehst genau, was im Futter enthalten ist
  • ✅ Frisches Fleisch: Muskelfleisch + hochwertige Innereien wie Leber und Herz
  • ✅ Lebensmittelqualität (teilweise) – kein Kategorie 3-Material
  • ✅ Keine Füllstoffe wie Getreide oder Zucker – mehr Fleisch, weniger Ballast
  • ✅ Kaltabfüllung (schont Vitamine und Mineralstoffe)
  • ✅ Der Anteil im Futter ist transparent deklariert

Beispiel: Anifit Puterichs Delight

99% Fleischanteil:
- 45% Putenmuskelfleisch
- 30% Hühnermuskelfleisch
- 15% Rinderlunge
- 9% Rinderherz
+ 1% Mineralstoffe

Das ist Transparenz. Du weißt exakt, was deine Katze bekommt.

Weitere hochwertige Beispiele:

  • Nassfutter mit Huhn: 95% Hühnerfleisch, davon 60% Hühnermuskelfleisch, 20% Hühnerherz, 15% Hühnerleber
  • Nassfutter mit Rind: 94% Rindfleisch, davon 50% Rindermuskelfleisch, 25% Rinderherz, 19% Rinderlunge
  • Gemischtes Nassfutter: Kombination aus Huhn und Rind für Abwechslung

Bei allen hochwertigen Nassfutter-Sorten gilt: Der Anteil an echtem Fleisch ist transparent deklariert.

Wie wird der Zuckergehalt in Katzenfutter deklariert?

Zucker hat in Katzenfutter NICHTS zu suchen – dennoch ist er oft enthalten.

Versteckte Zucker-Begriffe:

  • Karamell (als Farbstoff getarnt!)
  • Dextrose
  • Saccharose
  • Rübenschnitzel
  • Melasse

Warum Hersteller Zucker verwenden:

  1. Lockstoffe: Katzen fressen mehr (= Hersteller verkauft mehr)
  2. Farbstoffe: Braune Farbe suggeriert "fleischig"
  3. Konservierung: Längere Haltbarkeit

Die Folgen für deine Katze:

  • Zahnprobleme (Karies bei Katzen nimmt zu!)
  • Diabetes-Risiko steigt massiv
  • Gewöhnung an süßen Geschmack (natürliches Futter wird abgelehnt)

Wie erkennst du Zucker?

Geschlossene Deklaration: "Zucker" steht oft an 4.-5. Stelle Offene Deklaration: Kein Zucker = wird nicht aufgeführt

Warum wird eine intransparente Deklaration genutzt?

Die Antwort ist einfach: Profit.

Die Kalkulation:

  • Hochwertiges Muskelfleisch: ~6-8 €/kg
  • Tierische Nebenerzeugnisse Kategorie 3: ~0,50-1 €/kg
  • Getreide als Füllstoff: ~0,20 €/kg

Das Geschäftsmodell:

  1. Billige Rohstoffe verwenden
  2. Hinter vagen Begriffen verstecken
  3. Durch Marketing teuer verkaufen
  4. Konsumenten bleiben unwissend

Meine Beobachtung als Berater:

Hersteller, die hochwertige Zutaten im Katzenfutter verwenden, haben KEIN Interesse an Verschleierung. Sie sind stolz auf ihre Transparenz. Premium-Marken wie Anifit zeigen offen, was im Futter steckt. Billige Marken aus dem Supermarkt verstecken sich dagegen hinter vagen Begriffen. Wer sich hinter "Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen" versteckt, hat meist etwas zu verbergen.

Welche Marken sind empfehlenswert?

Bei der Wahl der richtigen Marken für Katzenfutter solltest du auf folgende Kriterien achten:

  • Die Marke nutzt offene Deklaration für ihr Futter
  • Der Hersteller gibt klare Informationen zur Zusammensetzung
  • Hochwertiges Futter ist zwar teurer, aber lohnt sich langfristig
  • Premium-Marken verzichten auf unnötige Füllstoffe

Die 5-Punkte-Checkliste für gutes Katzenfutter

Nutze diese Checkliste beim nächsten Einkauf:

✅ 1. Offene Deklaration

  • Sind die Fleischsorten einzeln aufgeführt?
  • Steht "Muskelfleisch" dabei?

✅ 2. Hoher Fleischanteil

  • Mindestens 70%, optimal 90%+
  • Erste Zutat = Fleisch (nicht Getreide!)

✅ 3. Kein Zucker

  • Weder als "Zucker" noch als "Karamell"
  • Auch keine Zuckeralternativen

✅ 4. Keine Füllstoffe

  • Kein Getreide (Mais, Weizen, Soja)
  • Keine "pflanzlichen Nebenerzeugnisse"

✅ 5. Taurin und wichtige Nährstoffe

  • Taurin natürlich aus Fleisch (bei 90%+ Fleisch ausreichend enthalten)
  • Oder als Zusatz deklariert (bei unter 80% Fleisch zwingend nötig)
  • Vitamine und Mineralstoffe sowie Spurenelemente sollten klar aufgeführt sein

Wichtig zu wissen: Hochwertiges Katzenfutter benötigt kaum künstliche Zusätze, da alle wichtigen Nährstoffe bereits im Fleisch enthalten sind. Gutes Katzenfutter kommt mit minimalen Zusatzstoffen aus.

Wie erkenne ich hochwertiges Fleisch in der Deklaration?

Hochwertig (gut):

  • Muskelfleisch (Geflügel, Rind, Lamm)
  • Herz, Leber, Niere (nährstoffreich!)
  • Mägen (ballaststoffreich)

Minderwertig (schlecht):

  • "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" (vage)
  • "Tiermehl" (gekocht, gemahlen, nährstoffarm)
  • "Geflügelmehl" (kann Schnäbel, Federn enthalten)

Die Reihenfolge zählt – das Futter gibt Hinweise:

Zutaten werden nach Gewicht sortiert. Wenn Getreide oder pflanzliche Nebenerzeugnisse an erster Stelle stehen, ist mehr Getreide als Fleisch enthalten! Bei hochwertigem Futter sollte Fleisch immer an erster Stelle stehen.

Beispiel schlecht:

Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (4% Huhn),
Mineralstoffe und Zucker
= Hauptsächlich Getreide und pflanzliche Bestandteile, wenig Fleisch

Beispiel gut:

95% Fleisch: 60% Hühnermuskelfleisch, 20% Hühnerherz, 15% Hühnerleber,
5% Karotten, Spurenelemente und Mineralstoffe
= Fast nur Fleisch, klar deklariert mit hochwertigen Bestandteilen

Nassfutter vs. Trockenfutter: Was ist besser deklariert?

Ein wichtiger Vergleich: Bei Trockenfutter wird der Fleischanteil oft verschleiert, da durch den Wasserentzug die Zusammensetzung anders wirkt. Nassfutter hat meist 75-80% Feuchtigkeit – das ist artgerecht und entspricht dem Wassergehalt von Beutetieren.

Warum Nassfutter oft ehrlicher deklariert wird:

  • Der hohe Wasseranteil lässt sich nicht als "Füllstoff" nutzen
  • Rohprotein-Werte sind beim Nassfutter niedriger, weil Wasser enthalten ist
  • Bei Trockenfutter wird oft der Anteil "in der Trockenmasse" angegeben – das verwirrt

Faustregel für den Vergleich:

  • Nassfutter mit 8% Rohprotein = ca. 32% Protein in der Trockenmasse
  • Trockenfutter mit 32% Rohprotein = entspricht dem Nassfutter-Beispiel

Der Vergleich: Supermarkt vs. Premium-Futter

Ich habe für dich zwei echte Futtermittel-Beispiele analysiert:

Supermarkt-Futter (Marke X)

Deklaration:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 4% Huhn),
Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Zucker

Was du NICHT weißt:

  • Gesamt-Fleischanteil: Vermutlich 8-15%
  • Welche Nebenerzeugnisse: Unklar (wahrscheinlich Kategorie 3)
  • Hauptzutat: Wahrscheinlich Getreide
  • Zucker: Enthalten (warum?!)

Kosten: 0,40 €/100g Tatsächlicher Wert: ~0,10 € Rohstoffe

Premium-Futter (z.B. Anifit)

Deklaration:

99% Fleischanteil: 50% Putenmuskelfleisch, 30% Hühnermuskelfleisch,
10% Rinderlunge, 9% Rinderherz, 1% Mineralstoffe

Was du weißt:

  • Gesamt-Fleischanteil: 99%
  • Fleischqualität: Muskelfleisch + Innereien
  • Keine Füllstoffe
  • Kein Zucker

Kosten: 2,20 €/100g Tatsächlicher Wert: ~1,50 € Rohstoffe

Aber: Deine Katze braucht nur 60% der Menge von Supermarktfutter! → Tatsächliche Tageskosten oft ähnlich

Wichtig zu wissen: Mit hochwertigem Futter kannst du sicherstellen, dass die Katze alle Nährstoffe bekommt. Minderwertiges Futter führt oft dazu, dass dieses Futter in großen Mengen gefressen werden muss, um den Nährstoffbedarf zu decken. Bei Premium-Futter ist der Anteil an verwertbaren Nährstoffen so hoch, dass die Katze deutlich weniger Futter benötigt.

Die richtige Futtermenge: Hochwertiges vs. minderwertiges Katzenfutter

Viele Katzenbesitzer fragen sich: "Wie viel Futter braucht meine Katze?" Die Antwort hängt stark von der Qualität des Futters ab.

Bei minderwertigem Katzenfutter mit niedrigem Fleischanteil:

  • Die Katze muss mehr Futter fressen, um satt zu werden
  • Viel unverdauliches Material (Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse) belastet die Verdauung
  • Der Anteil an verwertbaren Nährstoffen ist gering
  • Es fallen mehr Schwankungen im Nährstoffgehalt an

Bei hochwertigem Katzenfutter mit 90%+ Fleischanteil:

  • Die Katze braucht deutlich weniger Futter pro Tag
  • Fast alles im Futter wird verwertet
  • Bessere Verdauung, weniger Kot
  • Konstante Qualität ohne Schwankungen

Der Unterschied im Alltag: Wenn du von minderwertigem Futter auf hochwertiges Katzenfutter umstellst, wird deine Katze anfangs weniger fressen. Das ist normal! Das hochwertige Futter sättigt besser, weil der Anteil an echtem Protein und Fett höher ist. Die Katze bekommt alle Nährstoffe in konzentrierter Form.

Häufig gestellte Fragen

Für eine artgerechte Ernährung empfehlen Ernährungsexperten mindestens 70% Fleischanteil. Optimal sind 90-99% wie bei Premium-Marken. Katzen sind obligate Karnivoren und benötigen tierisches Protein als Hauptnahrungsquelle.
4D steht für Dead, Dying, Diseased, Disabled (tot, sterbend, krank, verletzt). In der EU spricht man von Kategorie 3-Material. Es handelt sich um Fleisch, das nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen ist, aber in Tierfutter verwendet werden darf. Erkennbar meist an geschlossener Deklaration und sehr niedrigem Preis.
Zucker muss als 'Zucker' deklariert werden, wird aber oft als 'Karamell' (Farbstoff) getarnt. Auch Dextrose, Saccharose oder Rübenschnitzel sind Zuckerquellen. Hochwertiges Katzenfutter enthält gar keinen Zucker, da er für Katzen schädlich ist und Diabetes begünstigt.
Einige Premium-Marken erreichen 99% Fleischanteil, darunter Anifit (z.B. Puterichs Delight), Lucky Kitty und MAC's. Diese Hersteller nutzen offene Deklaration und verwenden hauptsächlich Muskelfleisch und hochwertige Innereien ohne Füllstoffe.
Nein! Die Annahme 'das Futter enthält ja nur 4% Fleisch' ist falsch. Die 4% beziehen sich nur auf den Mindestanteil der beworbenen Tierart (hier Huhn). Der Gesamt-Fleischanteil kann höher sein – oder es sind wirklich nur 4% Huhn plus andere minderwertige tierische Bestandteile enthalten. Bei geschlossener Deklaration ist nicht erkennbar, dass der Anteil an Fleisch im Futter tatsächlich höher ist. Das ist das häufigste Missverständnis bei Katzenfutter-Deklarationen.
Nicht zwingend. Hochwertige Innereien wie Herz, Leber oder Niere sind tierische Nebenerzeugnisse und sehr wertvoll. Das Problem: Der Begriff erlaubt auch minderwertige Teile wie Schnäbel oder Hufe. Ohne offene Deklaration weißt du nicht, was du bekommst.
Ja, aus mehreren Gründen: 1) Deine Katze braucht 40-60% weniger Menge, 2) Weniger Tierarztkosten durch bessere Gesundheit, 3) Weniger Katzenklo-Geruch durch bessere Verwertung. Langfristig oft günstiger als Supermarkt-Futter.
Bei billigen Katzenfutter-Dosen mit geschlossener Deklaration stecken oft hauptsächlich Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse und minderwertige Schlachtabfälle drin. Der Fleischanteil im Futter ist meist sehr gering (oft unter 15%). Hochwertige Nassfutter für Katzen dagegen enthalten 90-99% Fleisch und verzichten auf billige Füllstoffe. Die Qualität des Futters kannst du an der Deklaration erkennen.

Mein Fazit nach 10 Jahren Beratungspraxis

Die 4%-Regel ist kein Betrug – aber sie ist verwirrend. Hersteller nutzen diese Verwirrung gezielt aus, um minderwertige Rohstoffe hinter vagen Begriffen zu verstecken.

Meine drei wichtigsten Learnings:

  1. Offene Deklaration ist Pflicht: Wenn ein Hersteller gute Zutaten verwendet, zeigt er sie auch. Verschleierung deutet auf minderwertige Qualität hin.

  2. 90%+ Fleischanteil ist das Optimum: Katzen sind Fleischfresser. Getreide, Zucker und Füllstoffe haben im Napf nichts verloren.

  3. Investition in Gesundheit: Ein paar Euro mehr pro Monat können deiner Katze Jahre an Lebensqualität schenken. Ich habe es hundertfach gesehen.

Als Fachberater rate ich:

Nimm dir beim nächsten Einkauf 2 Minuten Zeit. Lies die Deklaration. Frag dich: "Würde ich das essen?" Wenn die Antwort "Nein" ist, sollte es auch deine Katze nicht bekommen.

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Snacks & Ergänzungen

Service & Information


Über den Autor: Enrico Bachmann ist seit über 10 Jahren Fachberater für Hunde- und Katzenernährung. Er hat hunderte Katzenbesitzer bei der Futterumstellung begleitet und setzt sich für Transparenz und artgerechte Ernährung ein.

Wissenschaftliche Quellen:

  • FEDIAF Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food
  • Studie Universität Zürich (2019): Taurin-Mangel bei Katzen
  • European Pet Food Industry Federation: Labeling Codes
  • Veterinärmedizinische Universität Wien: Diabetes bei Katzen durch getreidelastige Ernährung

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Enrico Bachmann

Enrico Bachmann

Experte für Hundeernährung & Buchautor

Enrico Bachmann ist leidenschaftlicher Experte für die ganzheitliche Gesundheit von Hunden. Als Autor der „Barf Bibel“ und weiterer Fachbücher hat er bereits über 10.000 Hundebesitzern geholfen, ihre Tiere artgerecht und gesund zu ernähren. Sein Fokus liegt auf einer wissenschaftlich fundierten, aber leicht verständlichen Beratung rund um Erziehung, Ernährung und Pflege.

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